Montag, 28. Dezember 2015

Big Picture 2015

Alle machen gerade Jahresrückblicke und Ausblicke, Durchblicke, Überblicke und was weiss ich für Blicke.

Ich dagegen kann noch nicht sagen, was die Zukunft bringen wird, aber natürlich habe ich eine Tabellenkalkulation bemüht, mir auszurechnen, was so möglich wäre.

Immerhin: Wenn alles so läuft, wie ich das plane, bin ich schon in 33 Jahren Millionär. Dummerweise bin ich bis dahin 78 Jahre alt und müsste bis dahin meine Monatlichen Einzahlungen von 1500,- machen. Mit 78 wollte ich eigentlich längst tot sein und mir nicht Einzahlungen vom Munde absparen.

Aber der Reihe nach: Hier die Tabelle mit meiner Planung bis 2049 (da werde ich 80): Big Picture 2015

Du müsstest die Tabelle sehen aber nicht verändern können, wenn ich das richtig eingestellt habe. Du kannst Dir das Ding aber auch komplett kopieren und in Deine eigene Kalkulation aufnehmen und etwas damit herumspielen, ich versuche, im Folgenden zu erklären, was ich mir damit ausrechne.

Ganz oben stehen zwei Werte. Der erste ist ein angenommener Zinssatz von vier Prozent, wobei es eigentlich um die Dividendenrendite geht. Aber das Wort war mir zu lang und Zins beschreibt ja, was ich meine, nämlich die jährliche Auszahlung von hundert meiner Anlagen, die ja auch tatsächlich Zinserträge sein können.

Wer will, kann auch eine Dividendensteigerungsrate eintragen, ich habe hier Null angenommen, aber damit zu spielen kann echt Spaß machen. Manche rechnen hier ja mit 10-20% bei Dividendenaristokraten, doch bereits ein einziges Prozent macht mich schon zwei Jahre früher zum Millionär, bei 10% schaffe ich das bereits vor der Rente (65), 20% lassen mich an meiner Formel zweifeln, vielleicht rechne ich ja falsch?

Schauen wir uns mal die Tabelle an. Die Überschriften erklären hoffentlich alles ausreichend. In der ersten Zeile sind die Werte noch hauptsächlich manuell eingetragen, der Rest ist dann hochgerechnet. In den nächsten Jahren werde ich nach und nach die Formeln durch tatsächliche Werte ersetzen und hoffe, dass ich die Zins- und Steigerungsrate so anpassen kann, dass die Hochrechnungen genauer werden.

Die ersten drei Spalten Zeile/Alter/Jahr sprechen für sich. Du kannst auch Dein eigenes Alter eintragen, dann trägt sich das bis unten hin durch. Zeile 22/2036/67 habe ich fett markiert, weil ich in diesem Alter die Rente beginne und so schneller sehe, welche Änderungen sich dort auswirken.

Mit Start ist der Jahresbeginn gemeint. Hier ist mein Anfangswert von 11,6k der, den ich beim Verkauf meiner alten Aktie erlöst habe. Die krumme Zahl gleiche ich gerade aus, indem ich heute entsprechend krumm meine monatliche Überweisung angepasst habe. In den Folgejahren übernehme ich den aus der darüberliegenden Zeile der Spalte Tatsächlich. Dort trage ich den tatsächlichen Depotwert am 31.12 ein.

Unter Monatliche Sparrate/pro Jahr kommt die Sparrate zur Geltung. Das eine errechnet sich aus dem anderen, zum spielen eignet sich die monatliche Rate. z.B. kann man in Zeile 12 statt der 1500,- Einzahlung eine Auszahlung von -2000,- (negative Zahl = Auszahlung) vornehmen. Die darunter liegenden Zahlen passen sich an und man sieht, dass das Geld bis zur Rente reichen würde. Es wäre sogar noch etwas übrig für den Fall, dass ich mir eine Knarre kaufen muss (sozialverträgliches Ableben und so ;-)

Die Spalten Zins/Dividende und pro Monat sind die Erlöse, die ich aus meinen Investments erziele, jeweils errechnet aus dem Zinssatz aus dem Kopf der Tabelle. Außerdem errechne ich die Werte aus den tatsächlich eingezahlten Beträgen (Spalte M).

Unter Gesamt steht dann die Summe, bei Tatsächlich wird dann der Betrag stehen, der am Ende des Jahres unter dem Depot steht, bis dahin wird der Gesamt-Wert einfach übernommen.

Es hat mir etwas Kopfzerbrechen gemacht, die Dividendenerträge auszurechnen, wenn der Depotwert am Ende des Jahres auch kurstechnisch gestiegen ist (was ja gerne so sein darf). Dieser Mehrwert erhöht ja nicht meine Investition. Daher tracke ich die tatsächlich eingezahlten Beträge unter selbst eingezahlt.

Die Performance ist eigentlich nur das Verhältnis aus dem tatsächlichen Depotwert und dem selbst eingezahlten Betrag. Die YoC (Yield on Cost) zeigt dann noch die Dividendenrendite auf die Investition an. In der Hochrechnung passt das natürlich mit dem im Kopf eingetragenen Zinssatz überein, denn daraus wird sie ja errechnet. Interessant dürfte es erst werden, wenn mal reale Werte eingetragen werden. Bei der Dividendensteigerung sieht man dann auch den tatsächlich verwendeten Zinssatz.

Eine Spalte Sondereinzahlungen habe ich noch für den Fall, dass etwas größeres dazu kommt, Schenkung, Erbschaft, Gewinn oder Abfindung (meine Firma müsste mich mit 150k abfinden, wenn sie mich loswerden wollte). Allerdings würde ich das ja nicht alles auf einen Schlag investieren, aber meine Cashquote wäre eine Weile recht hoch. Ein Betrag hier fließt auch in die anderen Berechnungen mit ein.

Nach Rechts kommen noch ein paar Spalten in denen ich meine Einzahlungen tracke, ich glaube nämlich nicht, dass ich es schaffe, die 1500 jeden Monat einzuzahlen, dafür werden es in anderen Monaten etwas mehr werden. Mal gucken, ich muss mich ja selbst im Griff haben, sonst wird das nichts.

Die ganze Tabelle ist sehr konservativ aufgebaut, ich hoffe, dass ich die Werte immer übertreffen werde und mich dann immer freuen kann. Nur weiss ich nicht, ob ich es schaffen werde, eine vierprozentige Dividendenrendite zu erreichen. Alleine nächstes Jahr 2000 Euro zu erwirtschaften dürfte tough werden. Ich bin gespannt.


Update: Schon ist mir etwas aufgefallen, das ich verbessern sollte: Bei der Berechnung der Dividende (Spalte H) berechne ich die Einzahlungen voll mit ein, dabei werden die doch erst im Laufe des Jahres "wirksam". Neu wird also die jährliche Sparrate nur zur Hälfte für die Dividendenberechnung aufgenommen. Glücklicherweise gilt das auch bei monatlicher Entnahme, so dass es hier wenig Überraschungen geben dürfte.
Auch die Sondereinzahlungen werden jetzt ebenfalls zur Hälfte mit einbezogen.

Update2: Seltsam. Seit 6 Wochen hantiere ich mit dieser Tabelle vor mich hin und jetzt, wenn ich sie veröffentliche, fallen mir tausend Dinge ein, die noch zu verbessern sind. Die Dividendenberechnung berücksichtigt nun auch die Vorjahresdividende, die ja auch wieder voll investiert wird.

Kommentare:

  1. Hallo Oz,
    so, jetzt auch hier auf Deinem Blog. Nachdem wir "extern" schon geklärt hätten, dass Dividenden keine Zinsen sind, wolltest Du die Tabellenspalte ja ggf. in "Auszahlungen" umbenennen. Um den Namen ging es mir aber gar nicht in der Anregung, sondern darum, dass Du die Auszahlungen/Dividenden zu den bisherigen Vermögenswerten und den Neueinzahlungen hinzuaddierst und daraus den Gesamtwert ermittelst - alles was (bei Aktien) herausfließt würde aber den bisherigen Vermögenswert reduzieren und somit ein Nullsummespiel ergeben.
    Würdest Du Spalte H "Wertzuwachs" nennen, wäre ich d'accord. Dann hat das ganze aber nichts mehr mit Dividenden und Dividendensteigerungen sondern nur mit Kurszuwächsen zu tun.

    LG
    Dummerchen

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    1. Jetzt weiss ich, worauf Du hinaus willst, glaube ich. Aber meine Berechnungen basieren ja grundsätzlich nur auf dem Kapital, das ich investieren kann, ein Kursgewinn oder Verlust ist nur unter Gewinn/Tatsächlich zu erwarten, wo ich den Gesamtstand des Depots (übrigens auch inklusive Cash) eintrage.

      ich gehe davon aus, dass ich das Kapital einsetze, um eine bestimmte Menge einer Aktie oder eines ETFs zu kaufen. Weder am investierten Kapital noch an der Anzahl der Anteilsscheine ändert sich was, wenn Dividenden ausgezahlt werden. Aber mit diesen Dividenden kann ich wiederrum neu investieren.

      Dass es auch Kursgewinne und -verluste geben kann, ist mir hier erstmal vollkommen egal, solange ich das Zeug nicht verkaufe. Dann aber könnte ich den Kursgewinn (nach Steuern) wieder meinem Investitionskapital zuordnen. Das sollte jedoch bei Buy&Hold die Ausnahme sein und da ich das nicht vorhersehen kann, berechne ich das auch nicht.

      So müsste meine Tabelle sehr konservativ sein und ich freue mich hoffentlich oft, dass ich sie übertreffe. Ich wüsste auch gerade nicht, wie ich Kursgewinne berücksichtigen sollte. Vielleicht, indem ich sie als reguläre Einzahlung ganz rechts in der Tabelle eintrage?

      Falls ich einen Denkfehler habe oder gegen irgendwelche grundlegenden Standards der Wirtschaftswissenschaften verstoße, bin ich dankbar, wenn mir die Augen geöffnet werden :-)

      Gruß, Oz

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  2. Hallo Oz,
    ich verstehe schon, dass Du Deine Dividendenzahlungen nur auf Basis des bereits investierten Kapital und den weiteren jährlichen Einzahlungen bestimmst. Ob Du gegen irgendwelche Standards der Wirtschaftswissenschaften verstößt, weiß ich nicht - bin ja selbst kein Ökonom.

    Ich sehe aber, dass Du in Spalte J Dein Gesamtvermögen am Jahresende aus dem Gesamtvermögen am Jahresanfang (Spalte E), den jährlichen Einzahlungen (G) und eben den Dividenden (H) bestimmst. Diesen Wert am Jahresende nimmst Du dann als Basis für das nächste Jahr. Die Berechnung der Summe ist aber schlichtweg falsch, da die Dividende Dein Gesamtvermögen nicht erhöht. Die Anzahl der Anteile bleibt zwar gleich, aber ihr Wert sinkt um den Dividendenbetrag. Die Spalte J müsste sich also rein aus der Summe der beiden Spalten E und G berechnen. Du sagst ja selbst, dass Du Kursgewinne bzw. -verluste bewusst außen vor lassen willst. Damit ist Dein Vermögen am Ende der Tabelle eben nicht 1,1 Mio, sondern "nur" rund 644 Tsd.

    Auf die Höhe Deiner berechneten Dividenden hat das keine Auswirkung, da Du ja davon ausgehst, dass der aktuelle Gesamtwert Deiner Anlagen keine Auswirkung auf die Dividendenhöhe hat. Du gehst also davon aus, dass die Dividenden in Börsentiefs (mit sinkendem Gesamtvermögen) in gleicher Höhe weiterfließen werden wie im Börsenhoch.

    Oz, es ist mir relativ egal, wie Du Dir hier Deinen Orientierungsrahmen für zukünftige Finanzverläufe bestimmst. Ich habe mir vor vielen Jahren auch mal eine Vermögensübersicht erstellt, in der ich von bestimmten Vermögenszuwächsen ausgegangen bin. Exakt kann ja eh niemand voraussehen, was passieren wird.

    Allerdings möchte ich auf den potenziellen Denkfehler hinweisen, dass Kursgewinne/-verluste bei Dividendenzahlungen irrelevant wären. Dem ist nicht so. Würden keine Kursgewinne erfolgen, so würde die Aktie nach jeder Dividendenausschüttung an Wert verlieren. Bliebe die Ausschüttungshöhe dabei in absoluten Zahlen immer gleich, so würde irgendwann die Aktie wertlos. (Eine Aktie mit dem Kurs von 100 Euro würde nach 20 Ausschüttungen à 5 Euro wertlos werden.)

    Lieben Gruß
    Dummerchen

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  3. Du zwingst mich also, über meine Berechnungen nochmal nachzudenken? Das finde ich gut :-)

    Und Du hast natürlich recht: Wenn ich das Gesamtdepot berechne, muss ich die Dividenden natürlich außen vor lassen, weil sie bei Ausschüttung vom Wert des Depots abgezogen werden. Ist ja logisch.

    Streng genommen müsste ich sie dazuzählen, müsste sie aber vom letzten Depotwert vorher abziehen, aber irgendeinen Sinn muss dieses Assoziativgesetz ja haben ;-)

    Jetzt habe ich allerdings noch das Problem, dass ich tatsächliche Zinsen ja eigentlich doch wieder hinzurechnen darf (aktuell 43,45 Euro). Das müsste ich dann separat tracken, was ich aktuell nicht tue. Ich glaube, das unterschlage ich jetzt einfach mal oder überlege mir bei Gelegenheit ein anderes Prozedere...

    Frohes neues Jahr übrigens,
    Oz

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